Armierungsgewebe für Estrich und Boden
Armierungsgewebe unterstützt bei der Vorbereitung rissgefährdeter, labiler oder beweglicher Untergründe. Bei WULFF finden Sie dafür unterschiedliche Armierungslösungen: klassisches Glasfasergewebe, Fasermatten für größere labile Flächen, Rissmatten für gezielte Rissbereiche sowie Armierungsfasern zur Zugabe in geeignete Spachtelmassen.
Armierung im Estrichaufbau gezielt einsetzen
Eine Estrich Armierung ist nicht mit einer statischen Bewehrung des Estrichs gleichzusetzen. Gewebe und Matten arbeiten innerhalb der Spachtelschicht. Sie helfen, Zug- und Biegezugkräfte zu verteilen und kritische Bereiche im Untergrund zu überbrücken.
Typische Einsatzfälle sind alte Holzdielen, vorhandene Risse und Scheinfugen, Materialwechsel sowie Untergründe mit leichten Schwingungen. Voraussetzung bleibt ein tragfähiger Aufbau. Lose Estrichbereiche, starke Hohllagen oder aktive Bewegungsfugen lassen sich durch ein Glasfasergewebe allein nicht sanieren.
WULFF Armierungslösungen für unterschiedliche Untergründe
Armierungsgewebe für Holzdielen und bewegliche Flächen
Unser Armierungsgewebe aus Glasfaser ist vor allem für Holzdielen, Übergänge und beweglichere Untergründe vorgesehen. Das Gewebe wird auf dem vorbereiteten und grundierten Untergrund ausgelegt und anschließend mit einer dafür geeigneten WULFF Spachtelmasse überspachtelt.
Gerade bei alten Dielenböden unterstützt das Gewebe die Spachtelschicht dabei, Bewegungen aus dem Untergrund besser zu verteilen. Die Dielen selbst müssen vorher fest verschraubt und konstruktiv ausreichend stabil sein.
Fasermatten für labile Untergründe und größere Flächen
Eine Fasermatte besteht aus einem Glasfaser-Wirrgelege und kommt als Verbundausgleich zum Einsatz, wenn größere Bereiche labil oder rissgefährdet sind und leichte Schwingungen zu erwarten sind.
Die Matten werden auf Stoß auf dem grundierten Untergrund ausgelegt. Anschließend wird eine freigegebene Spachtelmasse darüber verteilt und sorgfältig entlüftet. Gegenüber einer punktuellen Rissbehandlung eignet sich diese Variante besonders für eine flächigere Verstärkung.
Rissmatte für Risse und Scheinfugen
Unsere Rissmatten sind für vorhandene Risse, Scheinfugen und rissgefährdete Übergänge vorgesehen. Parallel verlaufende Glasfaserstränge erhöhen dabei gezielt die Zug- und Biegezugfestigkeit im kritischen Bereich.
Bei geeigneten Rissen mit begrenzter zu erwartender Bewegung kann die Rissmatte eine Alternative zum klassischen Verharzen sein. Bewegungs- und Gebäudetrennfugen dürfen dagegen nicht einfach überbrückt oder kraftschlüssig geschlossen werden.
Armierungsfasern direkt in die Spachtelmasse einmischen
Armierungsfasern funktionieren anders als Matten oder Gewebe. Sie werden direkt einer dafür freigegebenen Spachtelmasse zugegeben und verteilen sich innerhalb der Masse.
Damit lässt sich die Gefügefestigkeit der Spachtelschicht erhöhen. Die Fasern eignen sich beispielsweise als zusätzliche Verstärkung auf anspruchsvolleren Altuntergründen. Ob eine Faserzugabe zulässig ist, richtet sich nach der verwendeten Spachtelmasse.
Armierung und Spachtelmasse als System aufbauen
Gewebe oder Fasermatte funktionieren erst zusammen mit der passenden Spachtelmasse. Die erforderliche Schichtdicke muss ausreichen, damit die Armierung vollständig in die Spachtelschicht eingebunden wird.
Bei unseren Systemen sind dafür je nach Armierungsart unterschiedliche Spachtelmassen vorgesehen. Für Bodenleger ist deshalb die Kombination aus Grundierung, Armierung und Spachtelmasse entscheidend. Unsere erfahrenen Fachberater helfen Ihnen gerne dabei, das passenden Produkte für Ihre Projektanforderungen zusammenzustellen.
Häufige Fragen zu Armierungsgewebe und Estricharmierung
Kann Armierungsgewebe einen gerissenen Estrich reparieren?
Nicht pauschal. Ein Gewebe kann ruhende Risse oder rissgefährdete Bereiche innerhalb eines abgestimmten Spachtelaufbaus unterstützen, beseitigt aber nicht die Ursache eines instabilen Estrichs. Bei Hohllagen, starker Bewegung oder konstruktiven Schäden muss der Untergrund zuerst saniert werden.
Darf man Bewegungsfugen mit Glasfasergewebe überspachteln?
Nein. Konstruktive Bewegungs- und Gebäudetrennfugen müssen ihre Funktion behalten und dürfen nicht einfach mit Spachtelmasse und Gewebe kraftschlüssig geschlossen werden.
Warum muss eine Armierung vollständig in der Spachtelmasse liegen?
Nur bei ausreichender Einbettung können die Kräfte innerhalb der Spachtelschicht auf Gewebe oder Fasern übertragen werden. Liegt das Gewebe frei oder direkt an der Oberfläche, entsteht kein fachgerechter Verbund.
Wann sind Armierungsfasern sinnvoller als eine Matte?
Armierungsfasern sind interessant, wenn die Spachtelmasse selbst zusätzlich verstärkt werden soll und der Untergrund kein flächiges Gewebe erfordert. Bei vorhandenen Rissen, größeren labilen Bereichen oder beweglichen Holzkonstruktionen bietet eine Matte beziehungsweise ein Gewebe dagegen eine gezieltere flächige Armierung.
Ersetzt eine Estricharmierung die vorgeschriebene Mindestschichtdicke der Spachtelmasse?
Nein. Armierungsprodukte benötigen einen ausreichend starken Spachtelverbund. Die vorgeschriebene Mindestschichtdicke des jeweiligen Systems bleibt deshalb bestehen und muss entsprechend dem technischen Merkblatt eingehalten werden.